Hannoverscher Sport Club von 1893 e.V. -Handball - - 1. Damen – Hannoverscher SC : HSG Badenstedt 25:22 (6:11)

1. Damen – Hannoverscher SC : HSG Badenstedt 25:22 (6:11)

1. Damen – Hannoverscher SC : HSG Badenstedt 25:22 (6:11)
HSC dreht ein fast schon verlorenes Spiel und siegt im zweiten Stadtderby 
 

Nach zwei Siegen in Folge, gegen Wittingen und Großenheidorn, wollte die Mannschaft des Hannoverschen SC nicht erneut ins Wanken kommen und die Siegesserie ausbauen, um so auch wieder Anschluss an die oberen Tabellenplätze zu bekommen. Dass das gegen den Stadtrivalen aus Badenstedt nicht einfach werden würde, war im Vorfeld allen bewusst. Die HSG stand in der Tabelle direkt hinter dem HSC und machte in den vergangenen Wochen vor allem durch seine B-Jugend-Spieler auf sich aufmerksam.

Der Beginn des Spieles ist schnell beschrieben; das Team aus Hannover hatte sich viel vorgenommen – nichts klappte. Wie in einem Schockzustand mussten die Spielerinnen des HSC sehen, wie Badenstedt Tor um Tor warf und die eigenen Chancen nicht verwertet werden konnten. Immer wieder scheiterte der Gastgeber an einer überragenden Nora Peter, die das Tor der Badenstedter hütete. Dabei war es nicht die Überlegenheit der Gäste, die zu einem schnellen vier Tore-Rückstand führte, eher war es die Tatsache, dass Badenstedt die sich bietenden Chancen nutze und der HSC gerade in der Abwehr komplett versagte. Alte Muster zeigte sich wieder. Der HSC tut sich schwer, ins Spiel zu kommen, gerät in Rückstand und läuft dann einem noch größer werdenden Rückstand hinterher. Zur Halbzeit lag der HSC mit fünf Toren beim Stand von 6:11 im Hintertreffen, ein Debakel schien sich abzuzeichnen, was den Spielausgang betraf.

 
In der Halbzeitpause war es an der Zeit, deutliche Worte für die Leistung der ersten Halbzeit zu finden. Das schien aber an dem Spielverlauf nichts zu ändern. Als in der 38. Minute der Gastgeber mit fünf Toren noch weiter zurücklag und auch noch eine Zeitstrafe bekam, hatte Badenstedt die Gelegenheit, die Vorentscheidung zu erzwingen. Was dann jedoch geschah, wird bei dem einen oder anderen Zuschauer sicher noch heute ein Rätsel sein. Trotz Unterzahl gelang es dem Gastgeber, diese Phase mit 3:1 für sich zu gewinnen. Das schien das Selbstbewusstsein zurückzubringen. Badenstedt konnte nun nur noch zuschauen, wie sich der HSC Tor um Tor herankämpfte und der fünf-Tore-Vorsprung nur noch dahin schmolz. Alle sich bietenden Chancen konnte der Hannoversche SC mit Erfolg für sich nutzen. Insbesondere die Tore von Nadine Geiger und Mirja Maasen waren in einer spielentscheidenden Phase der Auslöser dafür, dass der Gastgeber nun das Spiel drehte und in Führung ging. Die Badenstedter hatten, nachdem der HSC sich ins Spiel zurück gekämpft und ihnen einen sicher gefühlten Sieg aus der Hand gerissen hat, nichts mehr entgegen zu setzen. Selbst als der HSC in den letzten fünf Minuten noch einmal in Unterzahl spielte, konnte die HSG das nicht mehr für sich nutzen und zeigte Nerven am 7m Punkt, wo sie an der in guter Form spielenden Torhüterin Leandra Drewes scheiterten.
 
Beste Werferin für den Hannoverschen SC: Mirja Maassen (8) und Moira Quendenbaum (4)
 
Fazit: Ein Spiel voller Licht und Schatten. In der 1. Halbzeit hat der HSC so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Chancen konnten nicht umgesetzt werden und führten folglich nicht zum Torerfolg; die Abwehr funktionierte nicht, weil die Absprachen nicht stimmten; wieder gelang es nicht, ins Spiel zu finden und das umzusetzen, was trainiert wurde. Um es auf den Punkt zu bringen: der Hannoversche SC war nach der 1. Halbzeit stehend k.o. und wartete nur noch auf den entscheidenden „Knockout“ der Badenstedter, der aber zum Glück ausblieb.

Zur erfreulicheren 2. Halbzeit ist festzustellen, dass plötzlich, nach deutlichen Worten in der Halbzeitpause, alles das klappte, was vorher nicht geklappt hatte. Das Wort „gemeinsam“ ist dabei entscheidend. Gemeinsam als Mannschaft drehte der HSC das Spiel, eine mannschaftliche Geschlossenheit führte dazu, dass sich der Gastgeber wieder gefangen hat sowie Moral und Charakter bewies und sich nach einer solchen 1. Halbzeit nicht völlig kampflos aufgab. 19:11 das Ergebnis der 2. Halbzeit bewies dann doch die eigentliche Überlegenheit des HSC.

Zwei Dinge sind zum Schluss noch festzuhalten. Zum einem bewiese am heutigen Tag Leandra Drewes im Tor, ähnlich wie Larissa Gieselmann am vergangenem Wochenende, dass beide jungen Torhüter den Ansprüchen in der Oberliga voll und ganz gerecht werden. Zum anderen straft Mirja Maassen alle Zweifler, die nicht daran glaubten, dass sie Rückraumqualitäten besitzt; sie war es, die in der zweiten Halbzeit auf der Rückraumrechtsposition völlig ungeahnte Qualitäten zeigte, welche mehr als einmal zum Torerfolg führten.

Auf solch eine zweite Halbzeit lässt sich aufbauen, was beim kommenden Gegner aus Celle auch dringend nötig ist. Gegen Post-Eintracht ist wieder eine Steigerung notwendig, um endlich auch gegen eines der „Top-Teams“ der Liga zu bestehen. Angesichts der konstant steigenden Formkurve Wittingen-Großenheidorn-Badenstedt ist dieses jedoch nicht vollkommen ausgeschlossen.

 

Abschließend möchte sich der HSC bei der HSG Badenstedt für eventuelle unsportlichkeiten Seitens des Publikums entschuldigen. Solches Verhalten gehört nicht in die Sporthalle und wird von uns auch so nicht akzeptiert.