Schwierigste Ausgangslage – Bestes Vereinsergebnis
Eine lange Saison der weiblichen B-Jugend des HSC wurde mit dem Gewinn der Vizemeisterschaft erfolgreich abgeschlossen. Dabei stand die Saison unter denkbar schlechten Vorzeichen. Wieder wanderten mehrere Spielerinnen nach gelungener Entwicklung durch den HSC zu unserem geschätzten Mitkonkurrenten TV Hannover-Badenstedt ab. Dadurch starteten die wB-Mädels um das Trainerteam mit Eyk Pfeiffer und Yannek Müller mit nur 8! (in Worten: acht) Spielerinnen in die Saison. Rechtzeitig zur JBLH-Qualifikation in Bremen konnte Mia reaktiviert werden und Mariana kam von Misburg hinzu. Das Wunder geschah und durch Einsatz und Teamgeist kamen die Mädels eine Runde weiter, in der man dann leider nicht nur durch den kleinen Kader, sondern auch ein wenig durch die eigenen Nerven ausgebremst wurde. Alles in allem hatte sich die wB in beiden Turnieren teuer verkauft und an Respekt und Selbstvertrauen gewonnen.
Als nächstes stand die Abschlussfahrt zum internationalen Turnier in Aabenraa an, bei der man als bestplatzierte deutsche weibliche Jugendmannschaft abschloss. Darauf noch mal kurz das Bothfelder Rasenturnier zum zweiten Mal in Folge gewonnen. Dann kam die Sommerpause und Lina verließ uns für ein halbes Jahr für einen Schüleraustausch in Richtung Kanada.
Das Trainer- und Betreuerteam blieb in der Sommerpause nicht untätig und konnte neben den Gastspielerinnen von der JSG Weserbergland Jona und Kaija Voigt noch Daniela, Carla und Emma hinzugewinnen sowie einige Sponsoren vom Engagement überzeugen.
Die Saison konnte beginnen. Und sie begann stark: Eyk, direkt aus dem Urlaubsflieger zum ersten Auswärtsspiel beim TY Oyten geeilt, konnte ein klasse Spiel der wB erleben. Angetrieben von den klugen Pässen von Greta, den sicheren Abschlüssen von Lya sowie der Wurfgewalt von Sarah gelang ein in allen Belangen souveräner 30:36 Auswärtssieg. Besondere Tapferkeit zeigte dabei Heyde, die sich in einer Aktion kurz vor der Halbzeit ein Gelenk am kleinen Finger auskugelte. Papa auf der Tribüne renkte alles wieder an seinen rechten Platz. Tape dran und weiter ging es mit Heyde in Halbzeit 2. Mit insgesamt 6 Toren eine der erfolgreichsten Werferinnen.
So erfolgreich ging es in den nächsten Spielen gegen Horneburg (Wencke mit 7 Toren vom Kreis und Lya mit sogar 9 Toren), Peine, Varel und Badenstedt II munter weiter und man erspielte sich ein Torepolster von +41 Toren. Besonders hervorzuheben ist dabei der Sieg gegen den ewigen Mitkonkurrenten Peine, denen 10 Minuten lang kein Tor gelang und der mit 29:23 besiegt werden konnte. Im Spiel gegen Badenstedt II offenbarte sich erstmals deutlich die einzig richtige Schwäche des HSC: Die Chancenauswertung. Der Auswärtssieg hätte deutlich höher als 20:27 ausfallen müssen. Aber gegen den Ligaprimus in Hannover in allen Klassen der weiblichen Jugend ist jeder Sieg willkommen.
Die erste Niederlage musste gegen Bremen 2 hingenommen werden. Mit Lina in Kanada, Jona und Kaija durch Parallelspiel des Heimatvereins gebunden und der erkrankten Fayza fehlten 4 Spielerinnen und waren somit die Wechselmöglichkeiten begrenzt. Das waren insgesamt zu viele Fehlende und trotzdem erkämpfte man sich eine knappe 32:31 Niederlage. Als nächstes stand das Spiel gegen den mit Auswahl- und Nationalspielerinnen gespickten SC Germania an. Glücklich, aber nicht unverdient erkämpfte man sich einen 21:22 Auswärtssieg trotz des Ausfalls von Heyde. Die Zuschauer konnten ein begeisterndes Spiel erleben, in dem sich beide Mannschaften nichts schenkten und die Spielerinnen beider Mannschaften an ihre Grenzen gingen.
Mehr als unnötig vergab man im letzten Spiel des Jahres einen Punkt im Heimspiel gegen den letztendlich dritten der Meisterschaft -SG Neuhaus/Uelsen- und spielte mit 24:24 zu Hause nur unentschieden, obwohl man kurz nach der ersten Halbzeit sogar mit 8 Toren geführt hatte. 2 Minuten vor Ende der Partie drohte sogar die Niederlage und man lag mit 2 Toren zurück, erkämpfte sich durch Umstellung auf eine 3:3 Deckung noch einen Punkt. Dann ging es in die Weihnachtspause.
Das neue Jahr begann mit Verletzungspech: Greta hatte sich beim Aushelfen in der 2. Damen noch Ende Dezember eine Eckgelenkssprengung an der Schulter zugezogen und fiel länger aus. Beim ersten Spiel des neuen Jahres gegen Oyten fehlten außerdem Jona und Kaija und es wurde nicht nur personell knapp. Aber letztendlich konnte trotz der Ausfälle mit 29:26 durch aufopferungsvollen Kampfgeist gewonnen werden.
In Horneburg zeigten die Mädels wieder ihre ganze Klasse und erspielten sich einen deutlichen 10 Tore Auswärtssieg. Obwohl es nach 8 Minuten noch 1:1 stand, wurde in den übrigen 42 Minuten noch 34 Tore erzielt.
Beim Hin- und Rückspiel gegen das starke Rosdorf zeigte sich wieder die Schwäche und Stärke der HSC wB. Auswärts aufgrund der Abschlussschwäche nur mit 4 Toren Unterschied gewonnen – dann zu Hause taktisch optimal eingestellt und vor allem exzellent umgesetzt vom Team, gelang ein sehr souveräner 33:21 Sieg mit guter Chancenauswertung.
Im Auswärtsspiel gegen Varel und dem Heimspiel gegen Bremen kam aufgrund der geringen Torerfolgsquote von nur 55% aller Würfe in Varel und den Ausfällen von Sarah und Heyde im Spiel gegen Bremen 2 der Todesstoß für die Meisterschaft. In Varel gelang nur ein 22:22 Unentschieden und gegen Bremen wurde mit 26:30 verloren. Das waren zu viele Punktverluste, um Meister zu werden.
In einem der besten Spiele der wB, dem Auswärtsspiel gegen Neuhaus/Uelsen, kam man nach einem in allen Punkten starkem und überzeugenden Spiel zu einem sehr souveränen 19:26 Auswärtssieg.
Im Derbyrückspiel gegen Germania – wieder ohne Heyde – hatte diesmal Germania das glücklichere Ende für sich und konnte 24:22 nicht unverdient gewinnen und aufgrund der letztendlich höheren Konstanz die Meisterschaft für sich entscheiden.
Damit blieb nur noch das letzte Spiel der Saison nach den Osterferien gegen Peine, das leider durch einen faux pas der Peiner (Halle vergessen anzumieten) ausfiel, so dass uns die Punkte am grünen Tisch zugesprochen wurden. Ein etwas unwürdiges Ende für eine ganz starke Saisonleistung des Teams. Zweiter Platz mit 28:8 Punkten und 80+ Toren ist dennoch ein beachtlicher Erfolg. Bleibt nur noch das Gesamtfazit des Trainers:
„Wenn man bedenkt, wo der Kader am Anfang der Saison stand (8 Spielerinnen), ist das ein sensationeller Erfolg für das Team, den Trainer und den Verein insgesamt. Um das mal einzuordnen: Wir mussten, neben dem kleinen Kader, die schweren und langwierigen Verletzungen von Greta und Heyde und am Ende noch Carla kompensieren sowie den Auslandsaufenthalt von Lina und konnten nicht wie andere Vereine aus jüngeren Altersklassen Spielerinnen hochziehen; waren sozusagen auf uns allein gestellt. Dass Yannek als Torwarttrainer berufsbedingt passen musste, hat auch nicht geholfen, obwohl wir mit Fayza und Ela trotzdem eines, wenn nicht sogar das Beste Torwartgespann der Liga hatten. Trotz dieser Herausforderungen haben wir im vereinsinternen „Duell“ am besten von allen Mannschaften des HSC abgeschlossen und sind in Niedersachsen sicher unter den Top 10 aller wB-Mannschaften. Besonders erfreulich empfinde ich die Anerkennung und das Lob von Zuschauern, gegnerischen Trainern und nicht zuletzt einer DHB Trainerin über unsere unterhaltsame sowie moderne Spielweise und insbesondere die Einstellung und den Teamgeist der Mädels. Es war notgedrungen als Einzeltrainer in der Situation eine extrem intensive Saison für mich persönlich. Den Teamgeist, die Einsatzfreude sowie den Zusammenhalt der Mädels miterleben zu können und einen Teil ihres Weges mitgestalten zu können, war ein Privileg für mich. Ich glaube, Team, Trainer & Betreuer haben immer ihr Bestes für den Gesamterfolg gegeben. Es hat sich gezeigt, wenn alle an Bord und fit sind, sind wir nur sehr, sehr schwer zu schlagen gewesen. Oder auf den Punkt gebracht: Schlechteste Ausgangslage – Bestes Vereinsergebnis. Jetzt gehen alle hoch in die wA und das Trainerteam dort übernimmt ein individuell starkes und eingespieltes Team, dass das Rückgrat der zukünftigen wA bilden wird. Viel Erfolg! Eyk Pfeiffer
Foto
Oben von li nach re:
Lina Sommer, Emma Biermann, Mira Scholz, Kaija Voigt, Fayza Koli Sama, Ela Kömür, Heyde Jäh
Unten von li nach re:
Eyk Pfeiffer, Jona Voigt, Lya Mahdavy Azar, Mariana Covic, Greta Lohaus, Sarah Teschner, Wencke Schmidt, Daniella Faragó
es fehlt Carla Ehlert

