1. Herren – Was bisher geschah

Teil I – ermutigender Anfang

Nach der Saison 2015/ 2016 – der ersten Landesligasaison unter Trainer Christoph Geis, in der trotz eines am Ende soliden neunten Platzes nur knapp die Klasse gehalten werden konnte – wurde eine intensive Saisonvorbereitung absolviert. Wir mussten einige schmerzliche Spielerabgänge hinnehmen, wie Jan Amtenbrink, Daniel und Lennart Ramberg, Florian Schmidtchen, Steffen Trebesch und Monty von der Ah, zudem fiel Lennart Pfeiffer bereits vor Saisonbeginn langfristig verletzungsbedingt aus. Andererseits konnten wir uns über stärkende Neuzugänge wie Jakob Aundrup, Marcel Brauner, Dominik Hoff, Simon Rehfeldt und Lukas Riegel freuen. Die Marschrichtung für die neue Saison war klar – aus einer konzentrierten Abwehrleistung heraus die Spiele für uns entscheiden und uns am Ende möglichst hoch platzieren.

Im ersten Saisonspiel erwarteten wir in der Halle des Kaiser-Wilhelm-Ratsgymnasiums mit dem uns bisher unbekannten Verbandsligaabsteiger HSG Fuhlen-Hessisch Oldendorf einen schwer einschätzbaren Gegner. Trotz einer zwischenzeitlichen Vier-Tore-Führung unsererseits in der ersten Halbzeit gestaltete sich der Spielverlauf ausgeglichen. In der entscheidenden Phase des Spiels aber konnten wir durch insbesondere Nikola Angelovski und Ulrich Niemeyer die notwendigen Akzente setzen, so dass wir den ausgerufenen Richtwert von zwanzig Gegentoren halten und mit dem 24:20 (11:09) Endstand die ersten Punkte für uns verbuchen konnten.

Mit der TSG Emmerthal, Drittplatzierter der vergangenen Saison und sicherlich einer der Meisterschaftsaspiranten, stand uns im zweiten Spiel ein Härtetest bevor. Emmerthal wurde der Favoritenrolle gerecht. Die erste Halbzeit konnten wir gut mithalten, vor allem dank eines glänzenden Startsiebendebüts von Torwart Marcel Brauner sowie Lukas Riegel, der letztlich fast die Hälfte unserer Tore des Spiels warf. Im Verlauf der zweiten Halbzeit jedoch ging Emmerthal zunehmend in Front, zeitweise mit bis zu neun Toren, so dass für uns nichts mehr zu holen war. Bemerkenswert aber zeigte sich unsere standhafte Moral, mit der wir in den letzten fünf Minuten des Spiels kein Gegentor mehr zuließen und den gegnerischen Vorsprung bis zum Endstand von 25:30 (13:14) nochmal verkürzen konnten.

Im dritten Spiel baten wir Regionsoberligaaufsteiger TuS Bothfeld zu unserem ersten Lokalderby der Saison. Diesmal konnten wir der Favoritenrolle gerecht werden. Nach einer von uns überlegenen, aber knappen ersten Halbzeit konnte Bothfeld zu Beginn der zweiten Halbzeit in Führung gehen. Mit einem 7:0-Lauf, insbesondere angetrieben durch Julian Plander, konnten wir aber das Spiel entscheidend wieder zu unseren Gunsten drehen und mit 30:22 (12:09) gewinnen.

Teil II – Höhenflug

Unserem zwischenzeitlichen ‚Höhenflug‘ ging zunächst eine ärgerliche Bruchlandung voraus. Das Spiel gegen die zweiten Herren der HSG Schaumburg-Nord war über die gesamte Dauer denkbar knapp, es gelang keinem der beiden Teams, sich um mehr als drei Tore abzusetzen. Nach unserer anfänglichen Führung gerieten wir Mitte der ersten Halbzeit in Rückstand, den wir trotz wiederkehrendem Ausgleich nicht mehr umzukehren vermochten. Die Moral stimmte erneut, wir trieben uns bis zuletzt gegenseitig an, der eigentlich durchaus verdiente Ausgleich oder mit Glück sogar Sieg zum Ende blieb uns jedoch verwehrt. Das Auswärtsspiel beim Verbandsligaabsteiger ging für uns mit 24:25 (11:12) verloren.

Im folgenden Heimspiel gegen die Drittligareserve der Handballfreunde Springe machten wir es besser. Nach zwei bitteren Niederlagen in der vergangenen Saison sannen wir gegen die bis dahin noch sieglosen Springer auf Wiedergutmachung, die uns mit dem Endergebnis eines zu keinem Zeitpunkt gefährdeten 34:26 (14:10) auch souverän gelang. Da die Mannschaft aus Springe jedoch wenige Tage später aus dem Saisonbetrieb zurückzog, wurde das Ergebnis annulliert.

Als nächstes Stand uns mit TuS Grün-Weiß Himmelsthür der nächste Verbandsligaabsteiger und bis dahin torgefährlichste Angriff der Liga bevor. Schnell konnten wir uns eine Vier-Tore-Führung erarbeiten, die im weiteren Verlauf der ersten Halb-zeit jedoch zunehmend schmolz und schließlich in einen Rückstand kippte. In dieser Phase verloren wir auch noch unseren Kapitän Ulrich Niemeyer, nachdem ein Zusammentreffen zwischen ihm und einem gegnerischen Spieler von den Schieds-richtern als Tätlichkeit gewertet wurde. Wir steckten jedoch nicht auf und konnten in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit wieder die Oberhand gewinnen. Zugute kam uns dabei die Disqualifikation des gegnerischen Spielmachers, nachdem die Unparteiischen ein Zusammentreffen zwischen ihm und unserem Abwehrspieler wiederum als Tätlichkeit werteten. In Folge konnten wir uns zunehmend absetzen, vor allem dank eines starken Debüts von Jakob Aundrup sowie Simon Rehfeldt, der kaltschnäuzig dem Gegner diverse Unterarmwürfe einschenkte. Schließlich konnten wir das Spiel mit 25:21 (11:12) für uns entscheiden und die Punkte aus Hildesheim mitnehmen.

Die folgende Partie mutete wie eine Wiederholung des Spiels gegen Springe an. Wie bei den Springern bildete eine Drittligareserve, diesmal von TSV Anderten, unseren nächsten Gegner, gegen die wir ebenfalls in der Vorsaison zwei empfindliche Niederlagen hatten hinnehmen müssen. Wiederum wie gegen Springe konnten wir in dieser Saison das Spiel aber mit einer sehr überzeugenden Leistung überlegen und deutlich mit 35:21 (18:08) gewinnen. Dabei gelang sogar Geburtstagskind Marcel Brauner ein Treffer aus dem eigenen Sechsmeterkreis, als die Anderter zwischenzeitlich mit sieben Feldspielern agierten.

Teil III – Realitäten

Beflügelt von mehreren Partien mit konstant guten Leistungen gingen wir motiviert in eine Serie von Topspielen, beginnend mit der zweiten Herren vom MTV Großen-heidorn. Unser Höhenflug nahm damit jedoch ein jähes Ende, in einem Spiel, welches durchaus als Kuriosum bezeichnet werden kann. In einer vergleichsweise fair geführten Partie mit landesligatypischer Härte verteilte das Schiedsrichtergespann insgesamt sechs gelbe Karten und 16 Zeitstrafen mit folgend vier Disqualifikationen sowie eine direkten Disqualifikation. Obwohl spielerisch auf Augenhöhe, gelang es uns leider deutlich weniger als dem Gegner, uns auf die Linie der Schiedsrichter einzustellen, so dass ein Großteil der Strafen uns traf und wir insgesamt fast zwanzig Minuten des Spiels in mindestens einfacher Unterzahl agieren mussten. Mit in den letzten Minuten nur noch einem Auswechselspieler sowie neun Siebenmetern gegen uns brachte uns Großenheidorn mit 23:28 (12:14) die erste Heimniederlage bei, die auch durch die gewohnte Torgefahr von Lukas Riegel sowie dem stark auf-spielenden Christian Klinckwort nicht verhindert werden konnte.

Möglichst schnell wollten wir die bittere Niederlage abschütteln und an den starken Leistungen der vorherigen Partien wieder anknüpfen. Die zweitplatzierte Oberliga-reserve des VfL Hameln verpasste uns im nächsten Spiel jedoch den nächsten empfindlichen Dämpfer. Zu keinem Zeitpunkt gelang es uns, dem schnellen Spiel der Hamelner die richtigen Mittel entgegen zu setzen, so dass mit 33:24 (15:10) auch diese Partie für uns verloren ging.

Mit zwei Niederlagen im Rücken stand uns mit dem TV 1887 Stadtoldendorf zum Jahresabschluss noch ein Brocken bevor. Gegen den Zweitplatzierten der Vorsaison hatten wir im Auswärtsspiel der letzten Spielzeit eine Elf-Tore-Niederlage hin-nehmen müssen. Das Heimspiel hatten wir jedoch in einem wahren Krimi knapp für uns entscheiden können; und die Geschichte sollte sich wiederholen. In der Anfangsphase des Spiels konnten wir uns eine Fünf-Tore-Führung erarbeiten, die Stadtoldendorf bis zum Halbzeitpfiff aber sukzessive egalisierte. Zudem mussten wir ab Mitte der ersten Halbzeit auf Julian Plander verzichten, der nach einem Tempo-gegenstoßfoul disqualifiziert wurde. In der zweiten Halbzeit entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem zunächst keine Mannschaft in Front gehen konnte. Insbesondere die vielzähligen Tore der furios agierenden Nikola Angelovski und Christian Heike sicherten uns dabei den beständigen Anschluss. Fünf Minuten vor Schluss konnten wir uns schließlich mit drei Toren absetzen und dieses Polster bis eine Minute vor Ende halten. Dennoch gelang es Stadtoldendorf in der letzten Mi-nute durch zwei schnelle Tore den fast schon sicher geglaubten Vorsprung zu gefährden, letztlich konnten wir ihn aber über die Zeit retten und uns über einen wichtigen 33:32 (14:14) Sieg freuen.

Nun stehen in der bisherigen Saison offiziell neun absolvierte Spiele zu Buche. In der vergangenen Spielzeit standen wir nach dem neunten Spieltag mit 243 geworfenen Toren und 10:08 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz. In der laufenden Saison stehen wir jetzt nach neun Spielen mit 243 geworfenen Toren und 10:08 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz. Auf den ersten Blick scheinen sich die Saisonverläufe also zu gleichen. Doch gibt es einige Unterschiede, nicht nur die mit 232 um 18 Tore merklich reduzierte Anzahl an Gegentoren. Mehr noch als im letzten Jahr sind einerseits große individuelle Fortschritte zu beobachten, andererseits setzt sich aus alten und neuen Spielern ein sowohl menschlich als auch spielerisch gut abgestimmtes mannschaftliches Bild zusammen. Deutlich ist allgemeiner Ehrgeiz und eine Aufbruchsstimmung spürbar. Dabei haben uns vor allem die letzten drei Spiele veranschaulicht, dass wir noch nicht da sind, wo wir hin wollen, wir aber auf einem guten Weg sind. Wir haben uns vorgenommen, mit einer hoffentlich weiterhin wie bisher großartigen Unterstützung durch unsere Fans, im neuen Jahr weitere Schritte vorwärts zu machen, sowohl in unserer Entwicklung als auch der Tabelle!

 

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